CO₂-Speicherungim Holzbau
Gemeinsam mit dem Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH) entsteht ein Zertifizierungssystem für die langfristige Speicherung von biogenem Kohlenstoff in Gebäuden und Holzbauprodukten.

Warum die Kohlenstoffspeicherleistung künftig zählt.
Holz und andere biobasierte Baustoffe enthalten biogenen Kohlenstoff. Dieser stammt aus CO₂, das Pflanzen während ihres Wachstums aus der Atmosphäre aufgenommen haben. Wird das Material langfristig in Gebäuden oder Bauprodukten eingesetzt, bleibt der enthaltene Kohlenstoff für diesen Zeitraum gebunden.
Unser Ziel ist es, diese Speicherleistung nach klaren Regeln zu quantifizieren, nachvollziehbar zu dokumentieren und perspektivisch zertifizierbar zu machen.
Daraus ergeben sich neue Möglichkeiten:
Speicherleistung quantifizieren
Die Menge des langfristig gebundenen biogenen Kohlenstoffs nachvollziehbar erfassen.
Zertifizierung vorbereiten
Daten, Berechnungen und Nachweise frühzeitig auf zukünftige Anforderungen ausrichten.
Zusätzlichen wirtschaftlichen Wert erschließen
Eine spätere Zertifizierung kann die Grundlage dafür schaffen, zertifizierte Speicherleistungen wirtschaftlich zu nutzen.

Was sind Carbon Removals?
Carbon Removals sind CO₂-Entnahmen aus der Atmosphäre mit anschließender Speicherung über einen relevanten Zeitraum. Entscheidend sind Dauerhaftigkeit, Transparenz und Prüfbarkeit der Bindung.
Mit dem Carbon Removal and Carbon Farming Certification Framework, kurz CRCF, schafft die EU verbindliche Grundprinzipien für die Zertifizierung solcher CO₂-Entnahmen. Der Rahmen definiert unter anderem Anforderungen an zusätzliche Wirkung, langfristige Speicherung, transparente Quantifizierung und unabhängige Prüfung.
Ein Bestandteil des CRCF ist die CO₂-Speicherung in langlebigen Holzbauprodukten. Für Holzbau und Holzbauprodukte ist das relevant, weil Holz biogenen Kohlenstoff enthält, der zuvor aus der Atmosphäre aufgenommen wurde. Wird Holz in Bauprodukten eingesetzt, bleibt dieser Kohlenstoff häufig über Jahrzehnte gebunden.
Damit aus dem EU-Rahmen ein anwendbares Instrument wird, braucht es eine konkrete Methodik und ein strukturiertes Zertifizierungssystem.
Genau hier setzt das gemeinsame Projekt an.

Unser Planfür die Branche.
Auf Initiative des Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH) entwickeln wir ein Zertifizierungssystem für die langfristige biogene Kohlenstoffspeicherung im Holzbau.
Dabei betrachten wir nicht nur das einzelne Gebäude. Auch Holzbauprodukte und die vorgelagerten Stufen der Wertschöpfungskette spielen eine wichtige Rolle, insbesondere für Datenqualität, Nachweisführung und eindeutige Zuordnung der Speicherleistung.
Das System soll:
Kohlenstoffspeicherung nachvollziehbar quantifizieren
Gebäude und geeignete Holzbauprodukte berücksichtigen
sich an den Anforderungen des CRCF ausrichten
klare Regeln für Daten, Berechnung und Nachweise schaffen
eine unabhängige Prüfung ermöglichen
in der Praxis der Holz- und Bauwirtschaft anwendbar sein
Für Hersteller fehlt bislang häufig eine einheitliche Methodik, um die CO₂-Speicherung ihrer Produkte nachvollziehbar und vergleichbar darzustellen. Genau diese Lücke schließen wir gemeinsam mit der Praxis.
Bauprojekt anmeldenund Potenzial prüfen.
Parallel zur Entwicklung des Zertifizierungssystems können geeignete Holzbauprojekte bereits heute im Rahmen einer Vorzertifizierung bewertet werden.
Auf Basis der vorhandenen Projekt- und Materialdaten schätzen wir die Kohlenstoffspeicherung und das mögliche Potenzial für eine spätere Zertifizierung ab. Die Vorzertifizierung umfasst eine Abschätzung, einen Ergebnisbericht, Empfehlungen sowie ein Vorzertifikat.
Besonders geeignet sind Neubauten in Deutschland mit Fertigstellung oder geplanter Fertigstellung ab dem 1. Januar 2025, einem relevanten Anteil geeigneter Holz- und biobasierter Bauprodukte sowie einer guten Datengrundlage.
Die Vorzertifizierung ist keine Zertifizierung nach dem CRCF und führt nicht zur Ausgabe von CRCF-zertifizierten Einheiten. Sie dient der Bewertung und Vorbereitung auf eine mögliche spätere Zertifizierung. Deren Voraussetzungen richten sich nach den dann geltenden methodischen und regulatorischen Anforderungen.
Gemeinsam mit der Branche entwickelt.
Das Zertifizierungssystem entsteht gemeinsam mit Unternehmen und Fachorganisationen aus der Holzwirtschaft. Erfahrungen aus Holzbau, Bauprodukten, Planung und Datenverarbeitung fließen in die Entwicklung der Methodik und der Prozesse ein.































































Was ist Ihr nächster Schritt?
Sie haben ein Holzbauprojekt, das grundsätzlich geeignet sein könnte?
Dann können Sie Ihr Projekt bei uns anmelden. Wir prüfen, ob eine Vorzertifizierung sinnvoll ist und welche Daten dafür benötigt werden.
Auch Unternehmen aus der Holz- und Baustoffindustrie können sich an uns wenden, wenn sie Fragen zur Berücksichtigung ihrer Produkte, zu Datenanforderungen oder zur Entwicklung des Zertifizierungssystems haben.
Das wollen unsere Kund:innen wissen:
Betrachtet wird biogener Kohlenstoff, der in geeigneten Holz- und anderen biobasierten Bauprodukten gebunden und über einen definierten Zeitraum im Gebäude gespeichert wird. Für einen zertifizierbaren Net Carbon Removal Benefit sind zusätzlich unter anderem Baseline, zugehörige Treibhausgasemissionen, Zusätzlichkeit und weitere methodische Anforderungen relevant.
Nein. Die im Gebäude gespeicherte Kohlenstoffmenge ist zunächst die physische Speichergröße. Der nach einer Zertifizierungsmethodik anrechenbare Net Carbon Removal Benefit kann geringer ausfallen, da unter anderem Baseline und zugehörige Treibhausgasemissionen berücksichtigt werden müssen.
Nein. Der CRCF schafft den europäischen Rechtsrahmen. Die konkrete europäische Zertifizierungsmethodik für die langfristige biogene Kohlenstoffspeicherung in Gebäuden befindet sich weiterhin in Entwicklung.
Um beides. Ein Schwerpunkt liegt auf der langfristigen Speicherung in Gebäuden. Gleichzeitig sind Bauprodukte und die vorgelagerte Wertschöpfungskette für Daten, Berechnung und Nachweisführung relevant. Hersteller von Holzbauprodukten sind explizit eingeladen, sich an dem Projekt zu beteiligen.
Besonders geeignet sind Neubauten in Deutschland mit Fertigstellung oder geplanter Fertigstellung ab dem 1. Januar 2025, einem relevanten Anteil geeigneter Holz- und biobasierter Bauprodukte sowie einer möglichst guten Datengrundlage.
Die Vorzertifizierung ist eine vorläufige Bewertung auf Basis der aktuell verfügbaren Methodik und Projektdaten. Sie umfasst eine Abschätzung, einen Ergebnisbericht, Empfehlungen und ein Vorzertifikat. Sie stellt keine CRCF-Zertifizierung dar.
Relevant sind insbesondere Gebäude-, Material- und Produktdaten sowie vorhandene Planungsunterlagen. Dazu können beispielsweise Stücklisten, BIM-Daten und Umweltproduktdeklarationen, EPDs, gehören. Welche Unterlagen erforderlich sind, hängt vom jeweiligen Projekt ab.
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